WordPress ist stark, weil du fast alles erweitern kannst. Genau darin liegt aber auch die Falle. Für jedes Problem gibt es zehn Plugins, fünf davon sehen gut aus, drei davon machen fast dasselbe, und eins davon wird nach dem Kauf durch eine größere Produktfamilie plötzlich in eine andere Richtung entwickelt.
Das heißt nicht, dass Plugins schlecht sind. Gute Plugins sind oft die richtige Entscheidung. Sie sparen Zeit, lösen ein klares Problem und werden von Entwickler:innen gepflegt, die wissen, was sie tun.
Schwierig wird es, wenn jedes Plugin anfängt, alles zu können. Formular, CRM, Checkout, E-Mail, Kurs, Funnel, Automatisierung. Dann entsteht nicht automatisch ein System. Oft entsteht nur ein Stapel aus Oberflächen, die halb miteinander sprechen.
In Kundensystemen schaue ich deshalb nicht zuerst auf die Feature-Liste. Ich schaue auf Pflege, Codequalität, Datenfluss, Support, Abhängigkeiten und die Frage, ob das Plugin auch in zwei Jahren noch eine gute Entscheidung ist.
Meine Regel ist einfach: so wenige Plugins wie möglich, so viele wie nötig. Wenn ein Plugin eine Sache sauber macht, darf es bleiben. Wenn ein Plugin nur drin ist, weil niemand den Prozess sauber verbunden hat, ist es Ballast.
Am Ende geht es nicht darum, WordPress klein zu halten. Es geht darum, dass dein System bedienbar bleibt. Für dich, für deine Kund:innen und für die Person, die es wartet.